Mehr über Kühle Orte erfahren

Heißer Tag? Hier wird’s cool!

Was sind Kühle Orte?

Kühle Orte sind mehr als nur Plätze mit einer geringeren Temperatur. Sie sind essenzielle Oasen mitten in der Stadt. An heißen Tagen ermöglichen sie physische und mentale Erholung: Der Körper kann seine Temperatur regulieren, Stress und Erschöpfung nehmen ab, und hitzebedingten Gesundheitsproblemen wird vorgebeugt.

Entscheidend dabei ist nicht die gemessene Temperatur, sondern die gefühlte Temperatur: Ein kühler Ort wird als deutlich angenehmer empfunden als die umliegende Umgebung.

Kühle Orte finden sich überall in der Stadt – draußen im Grünen, am Wasser und in Gebäuden. Einfach mit der Maus über die blauen Schneeflocken fahren und entdecken, wo du dich an heißen Tagen abkühlen kannst!

Warum sind Kühle Orte wichtig?

Die Sommer in Deutschland werden heißer und das ist spürbar. Durch den Klimawandel nimmt die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 °C deutlich zu. Dicht bebaute Städte sind dabei besonders betroffen: Asphalt und Beton speichern die Wärme und strahlen sie nachts wieder ab. Dieses Phänomen wird als städtischer Wärmeinseleffekt bezeichnet – städtische Ballungsräume können nachts bis zu 10 °C wärmer sein als das Umland.

Die Folge: Selbst die Nächte bieten keine Erholung mehr. Sogenannte Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 °C fällt, werden immer häufiger. Wer schlecht schläft, verkraftet die Hitze am nächsten Tag noch schlechter.

Unser Körper braucht Möglichkeiten zur Abkühlung und Regeneration, um mit der Belastung durch anhaltende Hitze umzugehen. Kühle Orte bieten genau das. Darüber hinaus sind sie oft auch Orte der Begegnung; besonders wertvoll für Menschen, die den Sommer alleine verbringen.

Wer braucht Kühle Orte besonders?

Einige Bevölkerungsgruppen sind bei Hitze besonders gefährdet. Gründe dafür können eine eingeschränkte Wärmeregulation des Körpers, Vorerkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente, fehlender Zugang zu kühlen Innenräumen oder eine Abhängigkeit von Unterstützung durch andere Personen sein. Kühle Orte können für diese Menschen eine wichtige Möglichkeit sein, sich vor gesundheitlicher Belastung zu schützen.

Ältere Menschen ab 65 Jahren

Mit zunehmendem Alter nimmt die Fähigkeit des Körpers ab, sich an hohe Temperaturen anzupassen. Ältere Menschen schwitzen häufig weniger, verspüren seltener Durst und trinken dadurch oft zu wenig. Chronische Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, soziale Isolation oder ungünstige Wohnbedingungen können die Hitzebelastung zusätzlich verstärken.

Pflegebedürftige Menschen

Pflegebedürftige Menschen, insbesondere bettlägerige Personen, können sich häufig nicht eigenständig abkühlen oder Kühle Orte aufsuchen. Sie sind auf die Unterstützung anderer angewiesen und gehören daher zu den besonders hitzegefährdeten Gruppen.

Säuglinge und Kleinkinder

Säuglinge und Kleinkinder können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren wie Erwach-sene. Ihr Körper erwärmt sich schneller, während sie Hitzebelastung noch nicht zuverlässig wahrnehmen oder mitteilen können. Grundsätzlich gilt: Je jünger ein Kind ist, desto stärker ist es auf Schutz und Aufmerksamkeit durch Erwachsene angewiesen.

Schwangere

Während der Schwangerschaft ist der Körper stärker belastet. Stoffwechsel, Kreislauf und Wär-meproduktion verändern sich, wodurch hohe Temperaturen als besonders anstrengend empfunden werden können.

Menschen mit chronischen Erkrankungen

Hitze kann bestehende Erkrankungen verschlechtern. Besonders betroffen sind Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen oder neurologischen Erkrankungen. Der Körper muss bei hohen Temperaturen zusätzliche Anpassungsleistungen erbringen, was vorhandene gesundheitliche Einschränkungen verstärken kann.

Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen

Einige Medikamente beeinflussen den Flüssigkeitshaushalt, das Schwitzen, das Durstempfinden oder das Herz-Kreislauf-System. Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten sich ärztlich beraten lassen, ob bei Hitze besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig sind. Auch die richtige Lagerung von Medikamenten ist bei hohen Temperaturen wichtig.

Menschen, die im Freien arbeiten oder Sport treiben

Körperliche Anstrengung bei Hitze belastet den Kreislauf besonders stark. Wenn der Körper die entstehende Wärme nicht ausreichend abgeben kann, steigt das Risiko für Erschöpfung, Kreislaufprobleme oder hitzebedingte Notfälle.

Sozioökonomisch benachteiligte Menschen

Menschen mit geringem Einkommen leben häufiger in schlecht gedämmten oder stark aufgeheizten Wohnungen und haben oft weniger Möglichkeiten, sich durch bauliche Maßnahmen, technische Kühlung oder flexible Alltagsgestaltung vor Hitze zu schützen. Hitze ist deshalb auch eine Frage sozialer Gerechtigkeit.

Sozial isoliert lebende Menschen und Wohnungslose

Wer allein lebt, hat möglicherweise niemanden, der Warnzeichen einer Hitzebelastung erkennt oder im Notfall Hilfe holt. Wohnungslose Menschen sind Hitze besonders stark ausgesetzt, da ihnen sichere, kühle und geschützte Rückzugsorte fehlen.

Wichtig: Innerhalb jeder dieser Gruppen bestehen große individuelle Unterschiede. Häufig treten mehrere Risikofaktoren gleichzeitig vor und verstärken sich gegenseitig. Kühle Orte können deshalb ein wichtiger Baustein sein, um gesundheitliche Risiken während Hitzeperioden zu verringern.

Gesundheitsrisiken durch Hitze

Anhaltende Hitze ist mehr als ein Komfortproblem. Sie kann den Körper stark belasten und ernsthafte gesundheitliche Folgen haben. Dazu gehören unter anderem Flüssigkeitsmangel, Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Kreislaufbeschwerden, Hitzekrämpfe und Hitzeerschöpfung. Besonders gefährlich ist ein Hitzschlag, bei dem die Körpertemperatur stark ansteigt und Bewusstseinsstörungen auftreten können. In diesem Fall handelt es sich um einen medizinischen Notfall und es sollte sofort der Notruf 112 gewählt werden.

Hitze kann außerdem bestehende Erkrankungen verschlechtern, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Diabetes. Auch die psychische Gesundheit kann durch Hitze beeinträchtigt werden, etwa durch Erschöpfung, Reizbarkeit, Schlafmangel oder eine geringere Belastbarkeit. Bei Schwangeren kann starke Hitzebelastung zusätzliche Risiken mit sich bringen. Unter extremen Bedingungen kann Hitze auch zu Todesfällen führen. Umso wichtiger sind frühzeitige Vorsorge, ausreichend Flüssigkeit, Abkühlung, Schatten und gut erreichbare Kühle Orte.

Verhaltenstipps für heiße Tage

Kühle Orte aufzusuchen ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen – aber nicht die einzige. Diese einfachen Tipps helfen dabei, heiße Tage gesünder zu überstehen:

Ausreichend trinken

Trinke regelmäßig – am besten jede Stunde ein Glas Wasser, auch ohne Durst. Geeignet sind Lei-tungswasser, Mineralwasser, lauwarmer Kräutertee oder Saftschorlen. Keine eiskalten Getränke (reduzieren das Durstgefühl), keinen Alkohol und Koffein möglichst meiden.

Leicht essen

Mehrere kleine Mahlzeiten mit hohem Wassergehalt – Obst, Gemüse, Salate – sind besser als schwere, fettige Speisen. Leicht gesalzenes Essen hilft, verlorene Elektrolyte zu ersetzen.

Wohnung kühl halten

Morgens und abends querlüften, tagsüber Fenster und Rollläden oder Jalousien schließen – außenliegende Beschattung ist effektiver als Vorhänge. Ventilatoren helfen bei der Luftzirkulation; bei extremer Hitze kann eine mobile Klimaanlage sinnvoll sein.

Aktivitäten anpassen

Körperlich anstrengende Tätigkeiten und Sport in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen. Die heißesten Stunden (ca. 11–16 Uhr) möglichst drinnen oder im Schatten verbringen.

Körper kühlen

Kühle (nicht eiskalte) Duschen, Fußbäder oder feuchte Tücher auf Stirn und Nacken senken die gefühlte Körpertemperatur schnell und effektiv. Zudem können kühlende Körperlotionen oder Thermalwasserspray helfen.

Sonnenschutz nicht vergessen

Ab einem UV-Index von 3 unbedingt Sonnencreme auftragen, Kopfbedeckung tragen und Sonnenbrille nicht vergessen. Außerdem ist das Tragen von heller, luftiger Kleidung aus atmungsaktiven Materialien angemessen. Generell gilt, direkte Sonneneinstrahlung sowie Asphalt- und Betonflächen zu meiden.

Medikamente im Blick behalten

Wer regelmäßig Medikamente nimmt, sollte vor einer Hitzewelle mit der Ärztin, dem Arzt oder in der Apotheke klären, ob Dosierungen angepasst werden müssen. Arzneimittel kühl und trocken lagern.

Gut schlafen

Das Schlafzimmer so kühl wie möglich halten, leichte Bettwäsche aus Naturfasern nutzen und eine mit kaltem Wasser gefüllte Wärmflasche als Kühlakku verwenden.

Auf andere achten

Ältere Nachbarinnen und Nachbarn, alleinlebende Personen und Kinder brauchen an Hitzetagen besondere Aufmerksamkeit und Erinnerung ausreichend zu trinken. Durch regelmäßige Anrufe oder Besuche können gesundheitliche Probleme frühzeitig erkannt werden und somit Leben retten.

Ausführliche Tipps zum Verhalten bei Hitze – auch speziell für vulnerable Gruppen – bietet der Hitzeknigge des Umweltbundesamtes.

Weiterleitung zu ergänzenden und vertiefenden Webseiten

Hitzeschutz ist nicht nur Privatsache – Kommunen, Pflegeeinrichtungen und soziale Träger spielen eine zentrale Rolle dabei, ihre Bevölkerung vor den Folgen extremer Hitze zu schützen. Seit dem 1. Juli 2024 sind Kommunen durch das Klimaanpassungsgesetz verpflichtet, Klimaanpassungskonzepte inklusive Hitzeschutzmaßnahmen zu erstellen.

Für Kommunen Ob kühle Infrastruktur schaffen, vulnerable Gruppen gezielt informieren oder einen Hitzeaktionsplan entwickeln – die folgenden Anlaufstellen bieten konkrete Hilfestellung:

Für Pflege- und Gesundheitseinrichtungen Krankenhäuser, stationäre Pflege- und Wohneinrichtungen sowie ambulante Dienste sind bei Hitze gleich mehrfach gefordert: als Schutzraum für vulnerable Bewohner:innen und Patient:innen sowie als Arbeitgeber für Beschäftigte, die unter extremer Hitze arbeiten. Hitzeschutzpläne helfen, sich systematisch und einrichtungsbezogen auf Hitzeperioden vorzubereiten:

Kommunikation mit Risikogruppen Wie erreicht man ältere Menschen, pflegebedürftige Personen oder Kinder mit Hitzeschutzinformationen? Das Kommunikationskonzept „Gemeinsam gesund durch die Hitze“ und Leitfäden erleichtern eine zielgruppengerechte Ansprache für Risikogruppen zu Hitze und Gesundheit.

Kommunen und soziale Einrichtungen können für die Entwicklung und Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen Fördermittel von Bund, Ländern und der EU erhalten. Die folgenden Anlaufstellen helfen bei der Suche nach dem passenden Programm:

Möchtest du mehr über Hitze, Gesundheit und Klimaanpassung erfahren? Diese Seiten bieten umfassendes Hintergrundwissen, Materialien und Mitmachmöglichkeiten:

Die WarnWetter-App des Deutschen Wetterdienstes (DWD) informiert zuverlässig über Hitzewarnungen – bis auf Gemeindeebene. Alternativ bieten die Warn-App NINA (nur extreme Wärmebelastung, Stufe 2) und KATWARN ähnliche Funktionen. Wer lieber per E-Mail informiert werden möchte, kann den Hitzewarnungs-Newsletter des DWD abonnieren.

Die Anwendung Kühle Orte in Baden-Württemberg bündelt landesweit Orte, die bei hohen Temperaturen Erfrischung oder Schutz vor Hitze bieten.

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